Für manche Nähmaschinen (nicht für alle!) gibt es einen Versatzrahmen. Versatzrahmen – oft auch Mega-Hoop, Jumbo-Hoop oder Giga-Hoop genannt sorgen dafür, dass man ohne Umspannen (des Stoffs im Rahmen) Stickmuster sticken kann, die größer sind als der Stickbereich der Nähmaschine. Meine Maschine z.B. hat einen Stickbereich von 14,5 x 25,5 cm. Trotzdem gibt es für meine Maschine einen Riesen-Rahmen, der viel größer ist, nämlich 15 x 40 cm.

naehen-tipps

  • Oben quer: der Riesen-Rahmen 15cm x 40 cm
  • unten links: der Kleine 10 cm x 13 cm, unten rechts: der Große: 14.5 cm x 25 cm

Diesen Riesen-Rahmen kann meine Nähmaschine nicht “in einem Happs” aussticken, sondern sie teilt sich die Arbeit auf in mehrere Abschnitte. Erst stickt sie z.B. den linken Bereich, dann den mittleren und dann den rechten.

Damit das funktioniert, hat der Riesen-Rahmen drei mögliche Positionen, in denen er montiert sein kann. In der Mitte, links und rechts. Bei manchen Rahmen kann man den Rahmen in der Halterung verschieben, bei anderen muss man den Rahmen aus der Halterung an der Maschine nehmen und neu in einer anderen Position einhängen.

Da der Rahmen an der Maschine versetzt wird (nach links, in die Mitte und nach rechts) wird er oft Versatzrahmen genannt. Beim Sticken mit dem Versatzrahmen braucht man viel Platz rund um die Nähmaschine. Dafür kann man dann auch wie im Beispiel oben einen Zugluftdackel mit gut 80cm Breite in einem Zug besticken.

Es gibt zwei Arten von Versatzrahmen:

Es gibt Versatzrahmen, bei denen die Nähmaschine das Aufteilen des Stickmusters übernimmt. Meine Bernina Artista 640 z.B. ist so eine Maschine.

Ich lade mir die oder das Stickmuster in den Versatzrahmen und sticke es. Sonst nichts. Meine Nähmaschine rechnet selbständig um, welche Teile des Stickmusters wann und in welcher Position gestickt werden.

Es gibt aber auch Maschinen, die das nicht tun. Der kleine Brother Jumbo-Rahmen (100×172 mmm) z.B. ist so ein Fall. Wenn Sie mit ihm arbeiten, müssen Sie  das Stickmuster teilen. Bevor Sie mit diesem Rahmen sticken können, müssen Sie (zum Beispiel mit der Sticksoftware Embird Basic) das Stickmuster aufteilen in mehrere Teile.

Lange Rede kurzer Sinn:

Mit einem Versatzrahmen können Sie größer sticken als Ihr Stickbereich es zunächst zulässt.

Dafür müssen Sie einen zusätzlichen, meist nicht gerade preisgünstigen Rahmen kaufen und unter Umständen die Stickdateien für das Sticken in diesem Spezial-Rahmen vorbereiten.

Rechnen Sie auf jeden Fall durch, ob es nicht günstiger kommt, eine Maschine mit einem größeren Stickbereich zu kaufen als eine mit einem kleinen Stickbereich mit Versatzrahmen und Zusatzsoftware zu versehen!

Eine Übersicht darüber, für welche Nähmaschine es welchen Versatzrahmen gibt, finden Sie hier:

Sprungstiche schneiden

Stickt eine Nähmaschine zwei oder mehrere Bereiche in einer Farbe, dann springt sie von einem Bereich zum nächsten und zieht dabei den Faden mit.

Bei diesem Monster hier z.B. stickt die Maschine viele orange Flecken auf die Haut des Monsters. Von einem Fleck zum nächsten springt die Maschine und spannt einen Faden vom ersten zum zweiten Fleck – sie stickt einen

Hoop-Projekt:

Es gibt Maschinen, bei denen Sie diesen Sprungstich mit der Hand und einer Schere wegschneiden müssen und Maschinen, die Ihnen diese Arbeit abnehmen.

Maschinen, die Sprungstiche automatisch schneiden, sind i.d.R. teurer als solche, die das nicht tun.  Das Stickbild von Stickmotiven, bei denen die Sprungstiche von der Maschine geschnitten wurden, ist oft etwas sauberer.

Geschwindigkeit

Manche Maschinen sticken schneller als andere.

Wie wichtig ist Ihnen die Stick-Geschwindigkeit Ihrer Maschine?

Display, Bedienung

Manche Maschinen haben ein farbiges Display, andere eines in schwarz-weiß.

Auf einem farbigen Display sehen Sie Ihre Stickdateien natürlich farbig, auf einem schwarz-weißen schwarz-weiß. Farb-Displays sind meist teurer als Schwarz-Weiß-Displays.

Horizontale oder vertikale Spule

Spulen in Nähmaschinen können „liegen“ oder „stehen“.  Der Zugriff auf liegende Spulen erfolgt meist von oben – der Rahmen muss aus der Maschine genommen werden, wenn Sie die Unterfadenspule während des Stickens tauschen müssen.

Der Zugriff auf stehende Spulen erfolgt meist von vorne – der Rahmen kann i.d.R. in der Maschine bleiben, wenn Sie die Unterfadenspule während des Stickens tauschen müssen.

Spielt dieser Tatbestand eine Rolle bei der Auswahl Ihrer Nähmaschine?

Fadeneinfädler

Manche Nähmaschinen fädeln den Oberfaden ganz automatisch ein, manche haben einen mechanischen Fadeneinfädler (da müssen Sie z.B. einen Hebel bewegen, um den Faden einzufädeln), manche Maschinen haben keine Vorrichtung, die Ihnen beim Einfädeln hilft.

Maschinen mit automatischem Einfädler sind oft teurer als Maschinen mit mechanischem Einfädler.

Spielt dieser Tatbestand eine Rolle bei der Auswahl Ihrer Nähmaschine?

Fadensensor oben, unten oder beides Ein Fadensensor passt auf, ob Ihrer Maschine der Faden ausgeht und warnt Sie, kurz bevor es soweit ist.

Es gibt Maschinen ohne „Fadenwächter“, welche mit Fadenwächter für den Oberfaden und Maschinen, bei denen der Fadenwächter auf Ober- und Unterfaden aufpasst.

Hat Ihre Maschine keinen Fadenwächter, „stickt“ sie weiter, auch wenn kein Faden mehr auf der Spule ist. Sie müssen dann selbst aufpassen, dass das nicht passiert.

Spielt dieser Tatbestand eine Rolle bei der Auswahl Ihrer Nähmaschine?

Nähen

Wenn Sie sich für eine kombinierte Näh- und Nähmaschine entschieden haben, dann sollten Sie Ihre Anforderungen an die Nähmaschine ebenfalls sorgfältig ermitteln.

Darauf, was Ihre Näh maschine könnten sollte, gehe ich in diesem Dokument nicht näher ein!  Bitte machen Sie sich schlau, was Ihre Nähmaschine können sollte!

Wie’s jetzt weitergeht

Jetzt haben Sie Ihre Anforderungen an eine Nähmaschine konkretisiert.

Woher wissen Sie jetzt aber, welches Modell von welchem Hersteller welche Eigenschaften hat, welche Ihrer Anforderungen abdeckt?

Eine Möglichkeit ist es, Ihren Händler zu fragen – gehen Sie hin und fragen Sie konkret: „Ich suche eine Maschine, die das und das und das kann…“

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Hersteller-Webseiten und –prospekte durchzuforsten und sich selbst einen Marktüberblick zu verschaffen.

In dieser Reihe stelle ich nach und nach alle aktuellen Modelle mit ihren wichtigsten Eigenschaften tabellarisch dar.

Entscheidung

Wenn Sie mögen, können Sie jetzt Ihre persönlichen Anforderungen in eine Tabelle dieser Art übertragen:

Tragen Sie dann alle für Sie in Frage kommenden Maschinen in die 1 Spalte ein.

Kreuzen Sie an, welche Maschine jeweils welche Ihrer Anforderungen erfüllt.

Wenn alles ausgefüllt ist, sehen Sie, welche Maschinen in der ganz engen Auswahl stehen.

Schauen Sie sich die nun bei einem guten Händler an und entscheiden Sie dann.

Sticksoftware

Eine Sticksoftware ist eine Software, die auf Ihrem Rechner installiert wird und die Ihnen hilft, Ihre vorhandenen (gekauften und(oder Freebie-)Stickdateien zu bearbeiten und zu verwalten und mit der es möglich ist, Stickdateien selbst zu erstellen.

Viele Nähmaschinen-Hersteller bieten zusätzlich zu ihren Maschinen auch eine Sticksoftware an.

Braucht man Sticksoftware, um mit der Maschine zu sticken?

Nein. Sie können Stickdateien, die Sie aus dem Internet heruntergeladen (gekauft oder als Freebies) sticken, ohne eine Sticksoftware zu nutzen.

Wenn Sie allerdings selbst Stickdateien erstellen (=digitalisieren) möchten, dann benötigen Sie dazu eine Sticksoftware.

Wenn Sie „nur“ gekaufte Stickdateien nutzen, kann Ihnen eine Sticksoftware helfen. Zum Beispiel beim Verkleinern oder Vergrößern von Stickmotiven oder beim Kombinieren von mehreren Motiven in einem Rahmen. Oder beim Teilen für einen Versatzrahmen. Oder beim Ergänzen von Stickmotiven mit Namen oder Texten.

Es geht aber auch gut ohne Sticksoftware, solange Sie selbst keine Stickdateien erstellen (=digitalisieren) möchten.